Konzernergebnis zum ersten Halbjahr 2013

Österreichische Volksbanken-Aktiengesellschaft (ÖVAG) veröffentlicht Konzernergebnis zum ersten Halbjahr 2013

  • Bilanzsumme hat sich verringert und beläuft sich auf EUR 24,9 Mrd.
  • RWA um weitere EUR 1,5 Mrd. auf EUR 14,3 Mrd. reduziert
  • Kapitalquoten kontinuierlich gesteigert; Tier 1 Ratio liegt bei 11,4%

Konzernergebnis per 30.06.2013

  • Die ÖVAG befindet sich derzeit in einem tiefgreifenden Umstrukturierungsprozess. Die Bank hat sich dazu verpflichtet, alle Geschäftsbereiche, die nicht im Zusammenhang mit der Funktion als Zentralorganisation des Volksbanken-Verbundes stehen, abzubauen und damit die Bilanzsumme deutlich zu verringern. Während dieser Abbauphase steht nicht das Ergebnis, sondern der Erhalt der Kapitalbasis im Fokus der Bank. Es konnten bereits wesentliche Abbau- und Restrukturierungsmaßnahmen umgesetzt werden. Der Abbau belastet aber naturgemäß das Ergebnis: per 30.06.2013 beträgt das Vorsteuerergebnis des ÖVAG Konzerns EUR -54 Mio., das Konzernergebnis nach Steuern und Minderheitenanteilen liegt bei EUR -87 Mio. und somit im Bereich der Erwartungen.

    Aufgrund des zügigen und erfolgreichen Abbaus konnten die Kapitalquoten auch im ersten Halbjahr 2013 weiter kontinuierlich gesteigert werden. Die Tier 1 Quote bezogen auf das Gesamtrisiko beträgt zum Ende des ersten Halbjahrs 2013 11,4% (10,9% zum Ultimo 2012), die Eigenmittelquote bezogen auf das Gesamtrisiko liegt per 30.06.2013 bei 16,3% (nach 15,7% zum Jahresende). Der Abbau hat somit im ersten Halbjahr 2013 den Kapitalpuffer weiter leicht erhöht.

    Gegenüber dem Vergleichszeitraum wurden die Risikoaktiva (RWA) um EUR 1,5 Mrd. auf EUR 14,3 Mrd. (RWA Gesamtrisiko) reduziert, was insbesondere auf die erfolgreichen Abbaubemühungen im Bereich Non-core Unternehmen, Non-core Immobilien und von Bankbuchpositionen zurückzuführen ist. Die ÖVAG befindet sich mit diesen Abbaumaßnahmen über den von der EU-Kommission vorgegebenen Abbauzielen.

    Die bankrechtlichen Eigenmittel des ÖVAG Konzerns betragen zum 30. Juni 2013 EUR 2,3 Mrd. und liegen somit knapp EUR 1,2 Mrd. über dem regulatorischen Erfordernis.

    Die Bilanzsumme ist seit Jahresultimo 2012 um EUR 2,8 Mrd. gesunken und beläuft sich per 30.06.2013 auf EUR 24,9 Mrd.

Ergebnisse im Detail

  • Per 30.06.2013 wird ein Zinsergebnis von EUR 73 Mio. ausgewiesen. Gegenüber dem Vergleichswert des Vorjahres ist ein Rückgang von EUR 42 Mio. zu verzeichnen, was vor allem auf Effekte von at equity Bewertungen zurückzuführen ist. So ist im Berichtszeitraum ein at equity Bewertungsergebnis von EUR -60 Mio. für eine geplante Kapitalmaßnahme in der Volksbank Rumänien enthalten. Im Kerngeschäft der Bank konnte eine leichte Steigerung des Zinsergebnisses erreicht werden.

    Die Risikovorsorgen sind um EUR 46 Mio. gesunken und belaufen sich per 30.06.2013 auf EUR -27 Mio. Positiv ausgewirkt hat sich eine Verringerung der Einzelwertberichtigungen im Segment Non-core Immobilien und eine Auflösung von Portfoliowertberichtigung im Ausmaß von EUR 35 Mio. aufgrund geringerer zukünftig erwarteter Wertberichtigungen. Im Segment Non-core Unternehmen dagegen kam es zu einem Anstieg der Einzelwertberichtigungen.
     
    Der Provisionsüberschuss ist im Vergleich zur Vorperiode um EUR 19 Mio. gesunken und liegt zum Ende des ersten Halbjahrs 2013 bei EUR 19 Mio. Die Verringerung ist unter anderem auf ausweistechnische Änderungen (Erträge aus Kostenverrechnungen im Segment Allgemein werden ab dem vierten Quartal 2012 im sonstigen betrieblichen Ergebnis ausgewiesen) zurückzuführen. Darüber hinaus ist in der Berichtsperiode erstmals eine Haftungsprovision im Ausmaß von EUR 5 Mio. für die Asset-Garantie des Bundes angefallen.

    Vor allem in Folge von Bewertungsverlusten aufgrund ineffektiver Hedge Beziehungen hat sich das Handelsergebnis ebenfalls verringert und liegt zum Ende des ersten Halbjahrs 2013 bei EUR -27 Mio.

    Das Kostensenkungsprogramm der ÖVAG führte zu einer Reduktion des Verwaltungsaufwandes um EUR 7 Mio., per 30.06.2013 wird ein Wert von EUR -126 Mio. ausgewiesen. Die Zahl der Mitarbeiter hat sich ebenfalls verringert und liegt nun bei 1.878, davon sind 755 außerhalb Österreichs beschäftigt.

    Das sonstige betriebliche Ergebnis ist im Berichtszeitraum auf EUR 66 Mio. angestiegen. Am 15.03.2013 hat die Republik Österreich hat eine Asset-Garantie mit einem Höchstbetrag von EUR 100 Mio. zu Gunsten des ÖVAG Konzerns abgegeben. Gemeinsam mit der in der Asset-Garantie inkludierten Besserungsvereinbarung wurden im ersten Halbjahr 2013 EUR 65 Mio. im sonstigen betrieblichen Ergebnis erfasst. Die Veränderung im Vergleich zur Vorperiode kommt vor allem durch die im Vorjahr erfasste Rückstellung für die drohende Inanspruchnahme einer Haftung für Kapitalertragsteuern in Höhe von EUR 19 Mio. zustande.

    Das Ergebnis aus Finanzinvestitionen beträgt für den Berichtszeitraum EUR -47 Mio. und liegt damit deutlich unter dem Vergleichswert des Vorjahres. Der Ergebnisrückgang ist unter anderem auf die Bewertung von Garantien für kapitalgarantierte Fonds, die mit einem Ergebnis von EUR -22 Mio. erfasst wurde, zurückzuführen. Darüber hinaus ergab sich aus dem Überhang von effektiven Fair Value Hedges im ersten Halbjahr ein Bewertungsergebnis von EUR -22 Mio.

Ausblick

  • Im zweiten Halbjahr werden sich die Aktivitäten des ÖVAG Konzerns auf die Umsetzung der geplanten oder bereits vertraglich fixierten Forderungsverkäufe sowie auf das Vorantreiben der Verkaufsprozesse für die VBLI Gruppe und die Volksbank Malta konzentrieren. Es ist davon auszugehen, dass sich der Abbauprozess weiterhin negativ auf das Ergebnis auswirken wird, der Konzern wird daher das Jahr 2013 voraussichtlich deutlich negativ abschließen.


    Der Zwischenbericht zum ersten Halbjahr 2013 ist auf der Homepage der Österreichischen Volksbanken-Aktiengesellschaft (www.volksbank.com/investor_relations) verfügbar.


    Rückfragehinweis:
    Österreichische Volksbanken-Aktiengesellschaft
    Walter Gröblinger
    Tel. +43 664 8163732
    walter.groeblinger@volksbank.com